Ein Abschlussbericht.
Nun, da alles fast vorbei ist und wir nur noch den Container laden und heimfliegen, ist es an der Zeit ein Resume zu ziehen.
Es waren knapp 30 Flüge, >100 Stunden, >1000 Fotos und weitaus mehr Erfahrungen, die ich hier in Chile gemacht habe.
Es waren eigentlich immer gute und nur selten hatte man keinen Spaß. Es fängt an mit den unglaublich schönen Bergen Chiles und ganz besonders den Flug zum Aconcagua.
Es geht weiter mit schnellen Schnitten, großes Strecken und starken Bärten.
Probleme lagen auf der Hand und wurden sehr emotional von mir hier breitgetreten, - das gehört nun auch einmal dazu, dass nicht immer alles so läuft wie es soll.
Ich denke, ich spreche nicht nur für mich das ich gerne wiederkommen würde und hoffentlich auch werde. Chile ist vermutlich immer eine Reise wert und vorallem in unserem Winter eine gute Alternative zu unseren kalten Temperaturen.
Wir haben neue Kontakte geknüpft und Freundschaften sind entstanden. Wir lernten die Kultur kennen und mussten immer wieder feststellen, das obwohl man fast am anderen Ende der Welt ist, die Unterschiede maginal sind.
Wir werden Chile unterm Strich immer in allerbester Erinnerung behalten und schauen nun schon auf eine sehr schöne Zeit zurück und wissen noch nicht, was uns daheim in Deutschland wieder erwartet.
Ich hoffe meine Berichte und Fotos haben euch gefallen und ihr nehmt es mir nicht zu übel, dass ich manchmal auch schlechtes zu berichten hatte.
Jetzt sind es dann noch 2 Wochen Kaserne und dann bin ich nunmehr ein normaler Mensch, der arbeiten muss...
Auf bald in Deutschland
Marcel
Auch am 7. Tag des GP war die Aufgabe wieder sehr miserabel gelegt.
Man muss dazu sagen, dass die Wettervorhersage hier in Südamerika eigentlich zu vernachlässigen ist, da die Modelle einfach quatsch sind.
Dann aber eine Aufgabe mal wieder soweit in den schlechten Süden zu legen, ist ein paradebeispiel der Aufgabenentwickler.
Wenn 8 von 12 Piloten es nicht schaffen die Aufgabe zu vollenden, ist meiner Meinung nach gehörig was falsch gelaufen.
Ich war immer der Annahme, dass der GP ein Wettbewerb für Zuschauer ist, mit hohen Geschwindigkeiten und spannenden Rennen.
Das dies aber eher ein Kilometer Wettbewerb mit vielen Aussenlandungen und langsamen Schnitten wird, das haette ich nicht erwartet.
Bei schwachem Wetter ist es hier in Chile nicht ganz einfach.
Man kann leicht unter die Inversion kommen und dann ist man fast "tot" und des weitereren kann man bei schwachem Wetter auch in Schwierigkeiten geraten, sobald man achtern muss.
Gerade in der Standardklasse ist dies heftig, da man 40 Prozent steigt und etwa 60 Prozent ausserhalb des Hanges sinkt...
Mit einer Wölbklappe ist das alles feiner und schöner und man schafft es leichter und enger am Hang zu Steigen.
Zudem wenn man hier im Wettbewerb mit den Lokalmatadoren mithalten kann und nicht gezwungener Maßen sein eigenes Ding machen muss, dann kann man durchaus auch Punkte holen.
Insofern man nämlich ganz vorne Mist baut, wird man immer von den Chilenen aufgesammelt und kann sich wieder dranhängen.
Ich hoffe, dass Morgen noch einmal eine leichte und für alle machbare Task ansteht. Ich möchte Chile nämlich in guter Erinnerung behalten, da dies einfach ein unglaublich schöner Ort zum Fliegen sein kann.
Chile ist so unglaublich vielseitig.
Das Land, die Leute, das Wetter und auch der Club.
Die Berge hier sind zwar nicht einfach zu verstehen, da alles eher pulsiert als strömt und mit Wölbklappenflugzeugen kommt man hier auch leichter zurecht als ohne, aber alles in allem ist das Fliegen hier atemberaubend.
Das Tasksetting hier war grausam und die Vorhersagen auch, aber die Berge KÖNNEN eine unglaubliche Energie entwickeln und die Erlebnisse hier sind einfach nur traumhaft.
Ich wünsche mir einen schönen Abschluss und ich werde auf jeden Fall einmal wiederkommen.
Gute Nacht
Marcel
Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll.
Welch ein miserabler Flug...
Es fing schon damit an das ich den ersten sehr sehr wichtigen Bart an den Lagunas nicht getroffen habe, da die Blase schon verschwunden war und ich damit eine viertel Stunde warten durfte bis die Nächste kam.
Was dann passierte war auch wieder typisch. Man versucht wenn man hintendran hängt immer das verpasste aufzuholen und das funktioniert einfach nicht immer. Manche Hänge sind hier einfach so unzuverlässig, das man manchmal an einer Stelle 5m hat und manchmal aber auch nur einen meter trifft.
Die Ankunftshöhe am Berg ist auch nicht sicher. Manchmal geht es von unten raus manchmal aber auch einfach nicht.
Die Aufgabe hatte heute 2 Wendepunkte tief im Gebirge und da es bei mir einfach wieder nicht lief musste ich beide Male aussen rum.
Das kostet Zeit und lässt einen bei solchen Aufgaben alt aussehen.
Ich musste um 18Uhr noch 180km fliegen und das ist hier einfach nicht möglich..
Nunja morgen mal sehen, wie es weiter läuft. Auf jeden Fall macht es langsam keinen Spaß mehr wenn man immer so auf die Schnauze damit fällt.
Auf bald morgen ist ein neuer Tag:P
Gruß Marcel
6. Tag GP
Flieger steht am Start, Wetter sieht gut aus, jetzt frühstücken und Briefing.
Weiteres dann ab heute abend.
www.soaringspot.com
Der Tag war eigentlich schon eine Sekunde nach dem Start gelaufen.
Ich musste als einer der wenigen 300m tiefer starten, da ich vor dem Start nicht die maximale Höhe steigen konnte, - vermutlich Blödheit
Nachdem ich dann aber stattdessen das auszublenden mich reingesteigert habe und aggressiver geflogen bin, war der Flug eigentlich zur Verdammnis besiegelt. Lagunas ging nicht richtig,- tief weiter. Piedras Blancas, ...- weiter.
Beim Pass zum Morado abgestrapst und beim 2. Versuch dann im Chincolcotal hängen geblieben. Eine halbe Stunde verdamelt und das alles nur, weil ich zu ungeduldig war und nicht ausblenden konnte, dass der Start nun einmal schlecht war und es aber weiter geht.
Naja habe hoffentlich draus gelernt und sehen wir mal, wie es morgen weiter läuft!
Bis dann Gruß Marcel
http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?flightId=-982258799
Heute habe ich das große Los gezogen.
Ich hatte einen guten Start und konnte mich an Carlos halten und war mehr oder weniger den ganzen Flug bei ihm.
Es ist schwierig gewesen dranzubleiben und einige male war ich auch fast abgehängt, jedoch hatte ich einige Male ordentlich Glück um das wieder auszugleichen.
Ich konnte die 300km als 2. beenden und war wirklich froh auch mal eine Task in einem Speedfinish zu beenden.
Das Blatt sollte sich aber noch für mich wenden.
Ich habe nämlich für das unterschreiten der Ziellinie 80 Strafsekunden bekommen.
Einerseits zurecht, aber andererseits wurde die Regel hier nicht konform eingesetzt.
DENN
am ersten Tag bekam man dafür 3 Strafsekunden pro Meter und danach aber immer 5...
DAZU kommt das man die Zielinienhöhe, die man nicht unterschreiten darf, sich von km 3 bis zur eigentlichen Ziellinie erstreckt.
Ich werde mich da morgen mal schlau machen und aber vermutlich keine Chance haben.
Mal sehen
Auf jeden Fall bin ich froh einen so schönen und schnellen Flug gemacht zu haben.
Gruß Marcel
Lange Rede kurzer Sinn
den Grand Prix den krieg' ich nich hin.
Das Problem liegt aber nicht nur zwischen den Ohren.
Seitdem wir den GP fliegen, sind wir eigentlich überall mindestens 1000m tiefer als normal und das führt dazu, dass man viel mehr achtern muss.
Ich musste dann hier feststellen, dass ich mit meinem Schwerpunkt nicht klar komme und habe immer wieder schlechteres Steigen beim Achtern als meine Konkurrenten. Zudem hat man mit einer Wölbklappe natürlich auch den besseren Kurvenradius und den Nachteil muss ich auch tragen.
Nunja ich muss nun sehen, wie ich damit zurecht komme und was ich noch ändern kann, damit es besser wird. Spaß macht es trotzdem und das ist auch erstmal das wichtigste!
Der Witz und der Schlüssel beim Grand Prix in Chile ist, bei den Lokalmatadoren zu bleiben, denn die kennen sich hier einfach nur unglaublich aus!
Insofern man dann irgendwann alleine ist, verliert man einfach dauerhaft Zeit auf die Führungtruppe durch die nicht perfekte Flugwegwahl.
Nun geht's zur Eröffnungszeremonie.
Bis dann Marcel
Heute hatten wir eine Augabe über 292 km und es bestand eine relativ große Chance auf Gewitter.
Dieser Fall trat natürlich ein und somit hatten alle Teilnehmer Schwierigkeiten den 140 km im Norden entferten Wendepunkt zu erreichen.
Nach einem eher mäßigen Start meinerseits habe ich relativ schnell gemerkt, dass das Wetter wirklich schwach ist.
Ich habe 0.5er Bärte annehmen müssen, da ich an einigen Stellen noch nie so tief war wie heute und habe aber immer versucht weiter nordwärts zu kommen.
Bei km 95 etwa war ich dann etwa 800QFE hoch und das ist etwa 1500m tiefer als normalerweise und ich habe mir gesagt, dass ich dann lieber umdrehe. Eine riesige Wolke hatte nämlich den ganzen Bereich auch ausserhalb des Gebirges immer weiter abgeschattet und Thermik war nirgends zu finden. Lediglich der Hang ging sehr schwach.
Letztendlich bin ich heimgekommen und im Ergebnis haben es doch tatsächlich 6 Leute geschafft die Aufgabe zu vollenden. Ich weiss noch nicht genau woran es lag, aber vermutlich daran, dass ich schon am Anfang 300m tiefer als die meisten Anderen abfliegen musste und somit direkt einmal einige wichtige Minuten verloren habe.